Milben im Haus erkennen und bekämpfen

Milben gehören zu den kleinsten Schädlingen im Alltag und bleiben aufgrund ihrer geringen Grösse oft lange unbemerkt. Während viele Arten harmlos sind, können einige Allergien auslösen, Lebensmittel befallen oder Pflanzen schädigen.

Nahaufnahme von Dutzenden von Hausstaubmilben, die sich alle auf einem Haufen befinden.

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Haben Sie den Verdacht auf einen Milbenbefall? Gerne beraten wir Sie und zeigen mögliche Massnahmen auf, um Milben frühzeitig zu erkennen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

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Ein Glas mit Mehl, das offensichtliche Spuren eines Hausstaubmilbenbefall aufzeigt.

Wissenswertes zu Milben

Milben gehören zur Klasse der Spinnentiere (Arachnida) und kommen nahezu überall in unserer Umgebung vor. Zu den Milben zählen auch die Zecken, die eine Untergruppe bilden. Weltweit sind über 50'000 Milbenarten bekannt, die sich in Grösse, Aussehen und Lebensweise unterscheiden.

Trotz ihrer Vielfalt weisen Milben einige gemeinsame Merkmale auf. Wie alle Spinnentiere besitzen sie acht Beine und einen ovalen, ungegliederten Körper. Ausserdem sind sie nur zwischen 0,1 und 1 Millimeter gross und deshalb mit blossem Auge kaum zu erkennen.

Nahaufnahme einer Hausstaubmilbe

FAQ

Fragen und Antworten zu Milben

In der Schweiz kommen zahlreiche Milbenarten vor, die sich in ihrer Lebensweise und ihrem Lebensraum unterscheiden. Zu den bekanntesten gehören unter anderem die folgenden Arten:

  • Hausstaubmilben (Dermatophagoides)

    Hausstaubmilben gehören zu den häufigsten Milbenarten in Innenräumen. Sie leben bevorzugt in Matratzen, Bettwaren, Teppichen und Polstermöbeln, wo sie sich von abgestorbenen Hautschuppen ernähren.

  • Mehlmilbe (Acarus siro)

    Die Mehlmilbe zählt zu den häufigsten Vorratsmilben. Sie befällt vor allem trockene Lebensmittel wie Mehl, Getreideprodukte oder Tierfutter und tritt insbesondere bei feuchter oder längerer Lagerung auf.

  • Schimmelmilbe (Tyrophagus putrescentiae)

    Schimmelmilben bevorzugen feuchte Umgebungen und ernähren sich vor allem von Schimmelpilzen und organischem Material. Sie treten häufig in gelagerten Lebensmitteln, Futtermitteln oder in Bereichen mit erhöhter Feuchtigkeit auf.

  • Vogelmilben (Dermanyssus gallinae)

    Vogelmilben leben ursprünglich in Vogelnestern und ernähren sich vom Blut ihrer Wirte. Werden Nester verlassen, können die Milben in angrenzende Wohnräume gelangen und dort auf der Suche nach neuen Wirten auffallen.

  • Krätzmilbe (Sarcoptes scabiei)

    Die Krätzmilbe ist ein Parasit, der sich in die oberste Hautschicht eingräbt und die Hauterkrankung Krätze verursacht. Sie wird hauptsächlich durch engen Körperkontakt übertragen.

  • Spinnmilben (Tetranychidae)

    Spinnmilben zählen zu den häufigsten Pflanzenschädlingen. Sie leben vor allem auf Zimmer-, Balkon- und Nutzpflanzen, wo sie Pflanzensaft aus den Blättern saugen. Ein Befall zeigt sich häufig durch feine Gespinste sowie helle Sprenkel oder Verfärbungen an den Blättern.

Nicht alle Milben sind schädlich. Tatsächlich sind die meisten Milbenarten für den Menschen harmlos und bleiben im Alltag unbemerkt. Einige Arten können jedoch gesundheitliche Beschwerden verursachen, Lebensmittel befallen oder Pflanzen beschädigen.

Gesundheitliche Beschwerden

Hausstaubmilben übertragen keine Krankheiten und beissen oder stechen nicht. Ihre Ausscheidungen sowie abgestorbene Körperbestandteile enthalten jedoch Allergene, die bei empfindlichen Personen Beschwerden wie Niesen, tränende oder juckende Augen, eine laufende oder verstopfte Nase sowie Atemwegsbeschwerden auslösen können.

Daneben gibt es parasitische Milbenarten wie die Krätzmilben (die Skabies/Krätze auslösen kann) oder Vogelmilben. Diese können Hautreizungen, Juckreiz oder andere Beschwerden verursachen, treten im Alltag jedoch deutlich seltener auf als Hausstaubmilben.

Befall von Lebensmitteln

Vorratsmilben wie die Mehlmilben können trockene Lebensmittel wie Mehl, Getreideprodukte, Gewürze, Trockenfrüchte oder Tierfutter befallen. Befallene Lebensmittel verändern häufig Geruch, Geschmack oder Konsistenz und sollten nicht mehr verzehrt werden.

Schäden an Pflanzen

Spinnmilben befallen zahlreiche Zimmer-, Balkon- und Nutzpflanzen. Sie saugen Pflanzensaft aus Blättern und Trieben, wodurch helle Sprenkel, Verfärbungen oder feine Gespinste entstehen können. Bei einem stärkeren Befall wird das Wachstum der Pflanze geschwächt.

Ein Arm mit roten Punkten/Ausschlag. Die Person ist an Krätze (Skabies) erkrankt.
Ein Glas mit Mehl, das offensichtliche Spuren eines Hausstaubmilbenbefall aufzeigt.
Eine Pflanze weist helle Weben/Fäden auf und ausserdem sind kleine weisse Punkte zu sehen. Die Pflanze ist von Spinnmilben befallen.

Ja, Hausstaubmilben gehören zu den häufigsten Auslösern einer ganzjährigen Allergie. Nicht die Milben selbst verursachen Beschwerden, sondern ihre Ausscheidungen sowie abgestorbene Körperbestandteile. Diese enthalten Allergene, die sich im Hausstaub ansammeln und beim Einatmen allergische Reaktionen auslösen können.

Zu den häufigsten Beschwerden gehören Niesen, eine laufende oder verstopfte Nase, tränende oder juckende Augen sowie Husten oder Atemwegsbeschwerden. Bei Personen mit Asthma können sich die Symptome zusätzlich verstärken.

Da Hausstaubmilben bevorzugt in Matratzen, Bettwaren, Polstermöbeln und Teppichen leben, treten die Beschwerden häufig nachts oder am Morgen nach dem Aufstehen auf. Besonders in den Herbst- und Wintermonaten können die Symptome zunehmen, da sich die Allergene in beheizten Innenräumen stärker ansammeln.

Nicht jeder Mensch reagiert auf Hausstaubmilben. Während viele Personen keinerlei Beschwerden bemerken, können die Symptome bei AllergikerInnen die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen. Besteht der Verdacht auf eine Hausstaubmilbenallergie, kann eine ärztliche Abklärung sinnvoll sein.

Hausstaubmilben lassen sich aus einem normalen Haushalt nicht vollständig entfernen. Ihr Auftreten ist kein Zeichen mangelnder Hygiene, da sie sich von abgestorbenen Hautschuppen ernähren, die Menschen und Haustiere täglich verlieren.

Ziel ist deshalb nicht eine vollständig milbenfreie Umgebung, sondern die Anzahl der Milben und die Belastung durch Allergene möglichst gering zu halten.

Folgende Massnahmen können dabei helfen:

  • Bettwaren

    Bettwäsche, Kissenbezüge und Duvets regelmässig bei mindestens 60 °C waschen.

  • Milbendichte Schutzbezüge (Encasings)

    Spezielle Bezüge für Matratzen, Kissen und Duvets können den Kontakt mit Allergenen deutlich reduzieren.

  • Raumklima

    Schlafzimmer möglichst kühl halten und täglich stosslüften, da Hausstaubmilben warme und feuchte Bedingungen bevorzugen.

  • Staub und Textilien

    Teppiche, Polstermöbel und Matratzen gründlich reinigen und Staubansammlungen möglichst vermeiden.

Vorratsmilben bevorzugen warme und feuchte Bedingungen und treten vor allem in gelagerten Lebensmitteln auf. Mit der richtigen Lagerung lässt sich das Risiko eines Befalls deutlich reduzieren. Wird dennoch ein Befall festgestellt, sollte rasch gehandelt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Mit folgenden Massnahmen lässt sich das Risiko eines Befalls verringern:

  • Lebensmittel richtig lagern

    Mehl, Getreideprodukte, Gewürze, Trockenfrüchte oder Tierfutter trocken und möglichst in gut verschliessbaren Behältern aufbewahren.

  • Vorräte kontrollieren

    Lebensmittel regelmässig auf Verklumpungen, ungewöhnliche Gerüche oder andere Auffälligkeiten überprüfen und ältere Produkte zuerst aufbrauchen.

  • Sauberkeit im Vorratsschrank

    Küchenschränke und Vorratsräume sauber und trocken halten sowie Feuchtigkeit und Schimmelbildung vermeiden.

Wird ein Befall festgestellt, sollten befallene Lebensmittel konsequent entsorgt und nicht mehr verwendet werden. Anschliessend empfiehlt es sich, den Aufbewahrungsbehälter gründlich zu reinigen und alle übrigen Lebensmittel auf weitere Anzeichen eines Befalls zu kontrollieren. Erst danach sollten neue Vorräte eingelagert werden.

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