Marienkäfer: Beliebte Nützlinge und ihre asiatischen Verwandten

Marienkäfer gelten seit Jahrhunderten als Glücksbringer und gehören zu den bekanntesten Insekten überhaupt. Die kleinen Käfer sind für Menschen harmlos und im Garten wichtige Nützlinge.

Trotzdem kann es besonders im Herbst vorkommen, dass plötzlich zahlreiche Marienkäfer an Hausfassaden oder in Wohnräumen auftreten. Vor allem grössere Ansammlungen werden dabei häufig als störend empfunden.

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Marienkäfer am oder im Haus?

Marienkäfer sind harmlose Freilandinsekten, deren Auftreten meist saisonal bedingt ist. Grössere Ansammlungen können zwar lästig wirken, sind jedoch unbedenklich. Wir stehen Ihnen bei Fragen gerne mit unserem Fachwissen zur Seite.

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Es sind paar Marienkäfer zu sehen, die sich in der Ecke einer Wand versammelt haben.

Wissenswertes über Marienkäfer

Marienkäfer gehören zur Familie der Coccinellidae und sind in der Schweiz weit verbreitet. Hierzulande gibt es rund 80 verschiedene Arten, die sich in Farbe, Muster und Grösse teilweise stark unterscheiden.

Die Tiere sind halbrund geformt und werden je nach Art etwa 4 bis 8 mm gross. Ihre Färbung reicht von rot über orange bis gelb oder schwarz. Die auffällige Färbung dient dabei als Warnsignal gegenüber Fressfeinden.

Ein einheimischer, oranger Marienkäfer mit sieben schwarzen Punkten auf einem Blatt.

Auch die Anzahl der Punkte variiert stark und kann von gar keinen bis über 20 reichen. Entgegen einem weit verbreiteten Mythos sagt die Punktzahl übrigens nichts über das Alter der Tiere aus.

Zu den häufigsten einheimischen Arten gehören der Siebenpunkt- (Coccinella septempunctata) sowie der Zweipunkt-Marienkäfer (Adalia bipunctata). Beide gelten als nützliche Helfer im Garten und in der Landwirtschaft.

Beim Auftreten von Marienkäfern an Gebäuden spielt vor allem der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis) eine Rolle. Diese Art sucht im Herbst gezielt geschützte Orte zum Überwintern und tritt dabei häufig in grösseren Gruppen auf. Da sich der Asiatische Marienkäfer in Europa stark ausgebreitet hat und heimische Arten verdrängen kann, gilt er heute als invasive Art.

FAQ

Fragen und Antworten zu Marienkäfern

Der Asiatische Marienkäfer lässt sich an einem schwarzen „M“ auf seinem Halsschild erkennen. Farbe und Punktzahl sind hingegen kein zuverlässiges Merkmal, da sie sowohl bei der Asiatischen als auch bei einheimischen Arten stark variieren können.

Oft zeigt sich der Unterschied eher im Verhalten. Einheimische Marienkäfer treten meist einzeln oder in kleineren Gruppen auf und überwintern geschützt in der Natur, beispielsweise unter Laub, Baumrinde oder in Steinhaufen.

Der Asiatische Marienkäfer hingegen versammelt sich im Herbst häufig in grösseren Gruppen an sonnigen Hausfassaden und sucht gezielt geschützte Spalten oder Hohlräume zum Überwintern. Deshalb wird er deutlich häufiger an Gebäuden oder in Wohnräumen beobachtet.

Ein asiatischer, oranger Marienkäfer mit dem typischen schwarzen "M" auf dem Halsschild sitzt auf einer Pflanze.
Zu sehen ist ein roter Siebenpunkt-Marienkäfer (Coccinella septempunctata) auf einem Blatt.

Wenn Marienkäfer in grösserer Zahl an Gebäuden oder in Wohnräumen auftreten, handelt es sich meistens um den Asiatischen Marienkäfer (Harmonia axyridis).

Diese Art sucht im Herbst geschützte Orte zum Überwintern und versammelt sich deshalb häufig an sonnigen Hausfassaden. Von dort gelangen die Tiere durch kleine Spalten oder Öffnungen in Rollladenkästen, Fensterrahmen oder andere Hohlräume.

Marienkäfer, die in Wohnräume gelangen, haben sich dabei meist nur verirrt. Als Freilandinsekten können sie sich in Innenräumen weder vermehren noch langfristig überleben.

Ein asiatischer, roter Marienkäfer mit dem typischen "M" auf dem Halsschild sitzt auf einer Pflanze.
Viele Asiatische Marienkäfer haben sich in einem Innenraum am Fensterrahmen versammelt.

Nein, Marienkäfer sind grundsätzlich harmlos und stellen weder für Menschen noch für Gebäude eine Gefahr dar. Sie übertragen keine Krankheiten und können sich in Innenräumen nicht vermehren.

Bei Gefahr sondern sie eine gelbliche Abwehrflüssigkeit ab, die unangenehm riechen und Flecken auf Wänden, Textilien oder Möbeln hinterlassen kann. Giftig ist diese Flüssigkeit jedoch nicht.

Selten kann es vorkommen, dass einzelne Marienkäfer kurz an der Haut „knabbern“. Das ist aber harmlos und wird höchstens als leichtes Zwicken wahrgenommen.

Marienkäfer sind wichtige Nützlinge im Garten und in der Landwirtschaft, da sie sich vor allem von Blattläusen und anderen kleinen Pflanzenschädlingen ernähren.

Bereits die Marienkäferlarven sind sehr gefrässig und leisten einen grossen Beitrag zur natürlichen Schädlingskontrolle, bevor sie sich verpuppen und zum ausgewachsenen Käfer entwickeln.

Dadurch sind Marienkäfer während ihres gesamten Lebenszyklus als natürliche Gegenspieler von Pflanzenschädlingen aktiv.

Aus diesem Grund werden bestimmte Arten seit vielen Jahren auch gezielt zur biologischen Schädlingsbekämpfung eingesetzt, insbesondere im Gartenbau und in Gewächshäusern.

Ein einheimischer Marienkäfer geht auf einem Blatt seiner Leibspeise den Blattläusen nach.
Eine orange-schwarze Marienkäferlarve krabbelt auf einem Pflanzenstängel.

Einzelne Käfer lassen sich vorsichtig mit einem Glas oder einem Blatt Papier aufnehmen und nach draussen bringen. Dabei sollte man sie möglichst nicht quetschen, da sie sonst ihre Abwehrflüssigkeit absondern können.

Bei grösseren Ansammlungen helfen folgende Massnahmen:

  • Schonend entfernen

    Käfer vorsichtig mit dem Staubsauger aufnehmen und den Beutel anschliessend direkt entsorgen.

  • Eintrittsstellen abdichten

    Fensterrahmen, Rollladenkästen, Lüftungsschlitze und kleine Ritzen kontrollieren und abdichten. In schwer zugänglichen Hohlräumen kann bei Bedarf auch Kieselgur eingesetzt werden.

  • Fliegengitter anbringen

    Fliegengitter an Fenstern und Türen verhindern das Eindringen, ohne die Lüftung einzuschränken.

Von Insektensprays raten wir ab. Da es sich meist nur um ein saisonales Auftreten handelt und die Tiere in Innenräumen langfristig nicht überleben können, ist eine chemische Bekämpfung in der Regel nicht notwendig.

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