1 maggio 2026 · Aebischer Sofie

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Insektenstiche erkennen und unterscheiden

Insektenstiche gehören in den warmen Monaten zum Alltag. Ob im Garten, im Wald oder im Schlaf, ein Stich ist schnell passiert. Je nach Insekt unterscheiden sich Aussehen, Beschwerden und Zeitpunkt der Reaktion deutlich. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die häufigsten Stiche und zeigt, was im Umgang mit ihnen zu beachten ist.

Auf dem Bild ist eine Frau zu sehen, die Bettwanzenstiche auf der Schulter hat.

Stiche zur Verteidigung

Stechende Insekten greifen nicht grundlos an. Meist kommt es zu einem Stich, wenn sich die Tiere bedroht fühlen oder ihr Nest in Gefahr ist. Häufig passiert das im Sommer, zum Beispiel beim Essen und Trinken auf der Terrasse, beim Picknick oder allgemein im Freien.

Die Haut reagiert bei einem Stich dieser Insekten sofort mit einem stechenden Schmerz. Kurz danach treten Rötungen, Schwellungen und ein Wärmegefühl an der betroffenen Stelle auf. Die Intensität der Reaktion ist individuell unterschiedlich, klingt aber meist nach einigen Tagen wieder ab.

Man sieht den Stachel und das Hinterleib einer Wespe in einer Nahaufnahme
Eine Biene sticht einen Menschen und verliert dabei ihren Stachel, der in der Haut stecken bleibt.
Eine Person mit einem Hornissenstich am Oberarm. Der Stich zeigt sich in Form einer fingerbeergrossen Quaddel.
  • Ein Wespenstich verursacht sofort einen stechenden Schmerz. Die Haut reagiert schnell mit Rötung, Schwellung und einem brennenden Gefühl. Wespen können zudem mehrfach stechen und sind die aggressivsten Insekten.

  • Ein Bienenstich ist ähnlich schmerzhaft wie ein Wespenstich. Häufig bleibt jedoch der Stachel in der Haut zurück. Dieser sollte möglichst schnell entfernt werden, da er weiterhin Gift abgeben kann. Bienen sterben nach einem Stich. Äusserlich lässt sich ein Bienenstich nicht von dem einer Wespe unterscheiden.

  • Auch ein Hornissenstich sieht sehr ähnlich aus wie ein Wespen- oder Bienenstich und ist auch nicht, im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung, gefährlicher. Er wird jedoch oft als schmerzhafter empfunden, da sie einen längeren Stachel haben.

  • Hummeln stechen genau wie Hornissen nur sehr selten. Wenn es zu einem Stich kommt, ist die Reaktion in der Regel meist deutlich milder als bei ihren Verwandten.

Im Umgang mit diesen Tieren ist Ruhe besonders wichtig. Hektische Bewegungen und Anpusten sollten vermieden werden, da sie die Tiere zusätzlich stressen und eine Abwehrreaktion ihrerseits wahrscheinlicher machen.

Stiche im Mund-, Rachen- oder Halsbereich stellen eine besondere Gefahr dar. Durch die natürliche Schwellung kann es hier zu einer Verengung der Atemwege kommen, was im schlimmsten Fall zu Atemnot führt. Auch bei AllergikerInnen kann es unabhängig von der Stichstelle zu schweren Reaktionen bis hin zu Atemnot kommen. In solchen Fällen sollte umgehend medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Stiche zur Nahrungsaufnahme

Nicht alle Insektenstiche entstehen durch eine Verteidigungsreaktion wie bei Wespen oder Bienen. Bei blutsaugenden Insekten steht die Nahrungsaufnahme im Vordergrund.

Dabei wird beim Stich Speichel in die Haut abgegeben, der verschiedene Stoffe enthält. Diese verhindern unter anderem die Blutgerinnung und ermöglichen den Saugvorgang. Die Reaktion entsteht deshalb meist erst zeitverzögert durch die Reaktion des Körpers auf die Fremdstoffe. Typisch sind Juckreiz, Rötungen oder kleine Schwellungen, die je nach Person unterschiedlich stark ausfallen können.

Mehrere Flohstiche sind als gerötete Quaddeln auf den Schienbeinen zu sehen. Die betroffene Person kratzt sich bereits.
Eine Frau kontrolliert den Nacken eines Mädchen und hat dabei eine Zecke entdeckt.
Eine Person zieht ihr Shirt rauf und zeigt so viele Stiche von Bettwanzen, die sich charakteristisch in einer "Schnur" linear dem Rücken entlang bewegen.
Mehrere Mückenstiche sind in Form von geröteten Quaddeln auf einer Wade zu sehen.
  • Mückenstiche sind die häufigste Ursache für juckende Hautreaktionen im Sommer. Typisch sind kleine, runde Quaddeln, die stark jucken und leicht anschwellen können.

  • Zecken gehören biologisch zu den Spinnentieren und sind keine Insekten. Da sie ebenfalls stechen, um Blut zu saugen, werden sie hier erwähnt. Der Stich selbst ist meist schmerzlos und fällt oft erst auf, wenn die Zecke noch an der Haut sitzt. Sie kann mehrere Tage Blut saugen, bevor sie sich von selbst löst. Wichtig ist bei Zecken das Risiko möglicher Krankheitsübertragung. Zecken sollten daher so früh wie möglich entfernt und die Einstichstelle danach beobachtet werden.

  • Flohstiche (umgangssprachlich oft Flohbisse genannt) treten häufig in Gruppen auf, vor allem an den Beinen und im Knöchelbereich. Typisch sind mehrere kleine, dicht beieinander liegende rote Punkte mit starkem Juckreiz. Flöhe gelangen häufig über Haustiere oder Textilien in Wohnräume.

  • Bettwanzen sind nachtaktiv und stechen meist unbemerkt im Schlaf. Die Hautreaktionen der Bettwanzenstiche zeigen sich oft in Reihen oder Gruppen, die als sogenannte Wanzenstrassen bezeichnet werden. Typisch sind stark juckende, rote Quaddeln, die häufig nach dem Aufstehen entdeckt werden. Bettwanzen vermehren sich exponentiell und verbreiten sich ohne Behandlung schnell. Eine gezielte Bekämpfung von Experten ist daher notwendig.

  • Anders als Bettwanzen stechen die meisten heimischen Wanzenarten nicht. Einzelne Arten, wie die räuberisch lebende Kotwanze (Reduvius personatus), können in seltenen Fällen stechen. Der Stich ist zwar schmerzhaft, aber medizinisch unbedenklich.

Falls Sie bei sich unbekannte Insekten entdecken und unsicher sind, ob diese stechen können, dürfen Sie uns diese gerne zusenden. Unser Biologe bestimmt die Art und informiert Sie darüber, ob es sich um ein stechendes Insekt handelt.

Unbekannte Insekten identifizieren lassen

Insektenstichen vermeiden

Insektenstiche lassen sich nicht vollständig verhindern. Das Risiko kann im Alltag jedoch durch einfache Massnahmen deutlich reduziert werden. Wichtig ist vor allem ein ruhiges Verhalten, da hektische Bewegungen oder Anpusten Insekten zusätzlich reizen können.

In Wohnräumen helfen Fliegengitter an Fenstern und Türen sowie geschlossene Fenster in den Abendstunden. In der Natur empfiehlt sich das Tragen von bedeckender, heller Kleidung. Zusätzlich können Insektenschutzmittel eingesetzt werden.

Eine Schiebetür wird mit sanftem Griff von Hand geöffnet und gibt den Blick auf einen Innenraum frei, der von natürlichem Licht sanft beleuchtet wird. Am Fenster ist klar ein Insektenschutzgitter zu sehen.

Was hilft bei Insektenstichen?

Auch wenn Insektenstiche unterschiedlich stark schmerzen und aussehen können, lassen sich die Beschwerden in vielen Fällen mit denselben einfachen Massnahmen gut lindern.

Direkt nach einem Stich hilft es, die betroffene Stelle zu kühlen. Das reduziert Schwellungen und Schmerz und wirkt oft auch angenehm gegen den Juckreiz. Dafür reicht meist schon ein kalter Waschlappen oder ein Kühlpack.

Ebenso wichtig ist es, die Haut nicht aufzukratzen. Auch wenn der Juckreiz unangenehm ist, führt Kratzen nur dazu, dass sich die Stelle zusätzlich entzündet und langsamer abheilt.

Eine junge Frau kühlt sich mit einem Kühlpad ihr durch ein Wespenstich geschwollenes Auge. Sie presst das Kühlpad an ihr Auge.
Eine Frau schmiert einem jungen Mädchen den Insektenstichstich auf ihrer Hand mit einer schmerz- und entzündungslindernden Salbe ein.

Bei stärkerem Juckreiz können kühlende oder juckreizlindernde Salben sinnvoll sein. Diese beruhigen die Haut und helfen, die Beschwerden schneller abklingen zu lassen.

In den meisten Fällen sind Insektenstiche harmlos und klingen von selbst wieder ab. Treten jedoch ungewöhnlich starke Schwellungen auf, befindet sich der Stich im Bereich von Mund oder Rachen oder kommt es zu Beschwerden wie Atem- oder Kreislaufproblemen, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Identifikation von Insekten anhand von Stichen

Auch für Fachpersonen ist es sehr schwierig, Insekten allein anhand von Stichen eindeutig zu bestimmen. Die Hautreaktionen ähneln sich oft stark, sodass eine zuverlässige Identifikation auf dieser Grundlage kaum möglich ist und zu Fehleinschätzungen führen kann.

Wenn Sie unsicher sind, empfiehlt es sich, eine dermatologische Fachperson zu konsultieren oder die Situation durch uns professionell beurteilen zu lassen.

Situation von Fachperson einschätzen lassen

Immer wieder Insektenstiche?

Wenn immer wieder Insektenstiche auftreten, kann das beispielsweise auf ein Nest in der Nähe oder eingeschleppte Insekten wie Bettwanzen hinweisen. Unsere ExpertInnen helfen Ihnen, die Ursache zu finden und die Situation richtig einzuschätzen.

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Auf dem Bauch einer Person sind viele Bettwanzenstiche zu sehen. Diese sind zwar ziemlich durcheinander, allerdings sind auch hier die typischen Charakteristiken zu erkennen (mehrere Stiche in einer Linie).

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