10 février 2026 · Aebischer Sofie
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Durch ihre beachtliche Grösse und das tiefe Brummen wirken Hornissen auf viele Menschen bedrohlich und werden oft fälschlicherweise als aggressiv oder gefährlich eingeschätzt. Tatsächlich sind sie jedoch deutlich friedlicher, als ihr Ruf vermuten lässt, und spielen eine wichtige Rolle im ökologischen Gleichgewicht.
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Hornissen (Vespa crabro) gehören zu den sozialen Faltenwespen und sind die grösste heimische Wespenart. Arbeiterinnen erreichen 1,8–2,5 cm, Königinnen bis zu 3,5 cm. Kopf und Brustteil sind rötlich, der Hinterleib gelb-schwarz gestreift, wodurch sie sich von anderen Wespenarten unterscheidet.
Im Frühling gründet eine begattete Königin ihr Nest aus papierartigem Material, das sie aus Holzfasern und Speichel formt. Aus den ersten Eiern schlüpfen Arbeiterinnen, die fortan Nestbau, Nahrungssuche und Larvenpflege übernehmen, während die Königin nur noch Eier legt. Gegen Ende des Sommers schlüpfen dann Männchen (Drohnen) und neue Jungköniginnen. Nur Jungköniginnen überleben den Winter, um im nächsten Jahr neue Kolonien zu gründen. In der Hochsaison kann ein Hornissenvolk mehrere hundert Tiere umfassen.
Hornissen leben bevorzugt in lichten Wäldern, Streuobstwiesen oder Gärten, nutzen aber auch Dachvorsprünge, Baumhöhlen oder Schuppen als Nistplätze. Erwachsene Tiere ernähren sich vor allem von süssen Pflanzensäften, Nektar und Obst, während die Larven proteinreiche Insekten bekommen.
Trotz ihres eindrücklichen Auftretens sind Hornissen für Menschen, Häuser oder Pflanzen kaum schädlich. Im Gegensatz zu Wespen interessieren sie sich wenig für Lebensmittel und stören deshalb auch nicht bei Grillfesten oder Ähnlichem. Auch an Bäumen, Sträuchern oder Obst richten sie keine nennenswerten Schäden an.
Im Gegenteil: Hornissen leisten einen wichtigen Beitrag für das ökologische Gleichgewicht. Ein grosses Volk kann bis zu 500 Gramm Insekten fangen, darunter Fliegen, Mücken, Raupen und auch Wespen. Dadurch wird die Anzahl vieler Insekten auf natürliche Weise reduziert, was sich positiv auf Gärten und die Natur auswirkt.
Hornissen sind friedliche Tiere und stechen grundsätzlich nur, wenn sie sich oder ihr Nest bedroht fühlen. Einzelne Tiere, die sich bei Dunkelheit in Innenräume verirren, finden meist von selbst wieder hinaus, sobald Fenster geöffnet oder das Licht ausgeschaltet wird. Wer Abstand hält und sich ruhig verhält, muss keine Angst haben, gestochen zu werden.
Hornissenstiche sind zwar schmerzhaft, aber nicht gefährlicher als Stiche von Wespen oder Bienen. Der bekannte Mythos, dass drei Hornissenstiche für einen Menschen tödlich sein können, entspricht nicht der Realität.
Lokale Schwellungen rund um die Einstichstelle sind eine normale Reaktion und klingen in der Regel innerhalb weniger Tage wieder ab. Kühlung mit Eis oder Hausmitteln wie Zwiebelscheiben, Zitronensaft oder Arnikatinktur können die Beschwerden lindern.
Bei besonders starken Schwellungen, etwa im Gesicht, sollte vorsorglich ärztlicher Rat eingeholt werden. Dasselbe gilt natürlich für AllergikerInnen.
Neben der Europäischen Hornisse ist in der Schweiz inzwischen auch die Asiatische Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) verbreitet. Sie unterscheidet sich optisch deutlich von der heimischen Art: Der Brustbereich ist deutlich, der Hinterleib meist dunkelbraun mit gelben Endstreifen, und die Beine haben auffällig gelbliche Spitzen. Zudem ist sie etwas kleiner und zeigt einen typischen, schwebenden Flugstil.
Die Asiatische Hornisse ist eine invasive Art und kann vor allem für Honigbienen problematisch sein. Vor allem im Spätsommer und Herbst besteht ihre Beute teilweise zu 40–80 % aus Honigbienen. Sie jagt gezielt an Bienenstöcken, was die Versorgung der Völker stark stört und insbesondere kleinere oder geschwächte Bienenvölker ernsthaft gefährden kann. Für Menschen sind die Tiere nicht gefährlicher als heimische Hornissen.
Wer ein Tier oder ein Nest entdeckt, sollte den Fund unbedingt über die offizielle Meldeplattform melden: Asiatische Hornisse melden
Hornissen sind in den meisten Fällen unproblematische Tiere, mit denen ein Zusammenleben gut möglich ist. Da ihre Nester nur eine Saison bestehen und im Herbst von selbst verlassen werden, ist ein Eingreifen meist gar nicht notwendig.
Befindet sich ein Nest jedoch an einer ungünstigen Stelle, etwa im direkten Wohnbereich, in stark genutzten Bereichen rund ums Haus oder wenn sich allergische Personen in unmittelbarer Nähe aufhalten, sollte die Situation durch Fachpersonen beurteilt werden. Sie können einschätzen, ob Massnahmen erforderlich sind und wie diese sicher umgesetzt werden können.